Heute war wieder Abenteuertag bei mir angesagt!  Schon am Vormittag war ich ganz schön aufgedreht – als ob ich es schon geahnt hätte. Vielleicht war das sogar der Auslöser dafür, dass meine Zweibeiner beschlossen haben, mit mir eine richtige Wanderung zu unternehmen. Und ich sag’s euch: Das Wetter war traumhaft! Nicht mehr so eisig wie letzte Woche, aber schön frisch, sonnig und perfekt für Pfotenabdrücke im Wald. 
Mittlerweile habe ich verstanden: Wenn das Geschirr kommt, dann geht’s raus! Und weil ich ein cleveres Katzenkind bin, mache ich auch brav mit. Aber ich gebe zu… die ersten Minuten draußen sind für mich jedes Mal ein kleines Chaos im Kopf. So viele Düfte! So viele Geräusche! So viele Eindrücke!  Da bleibe ich oft erst einmal stehen, schaue, horche, rieche… und vergesse manchmal sogar loszulaufen. Dann werde ich getragen – meine Zweibeiner behaupten, ich bräuchte einen „System-Neustart“. 
Aber nach einer Weile läuft alles wie am Schnürchen. Also, ich laufe wie am Schnürchen. Und meine Zweibeiner am anderen Ende meiner Schnur – die Leine ist nämlich extra lang.  Ich kann auf Bäume hüpfen, über herumliegende Stämme springen und je nach Stimmung entweder vorneweg preschen oder gemütlich hinterhertrippeln. Ein richtig freies Abenteuerkatzengefühl! 
Nur eines macht mir noch zu schaffen: fremde Menschen. Wenn welche unseren Weg kreuzen, ducke ich mich sofort. Die sind mir unheimlich!  Zum Glück nehmen mich meine Zweibeiner dann hoch und beschützen mich. Und sobald die Gefahr – äh, die Menschen – wieder weit weg sind, will ich sofort wieder runter und selbst laufen. Schließlich bin ich ja eine mutige Entdeckerin… meistens jedenfalls. 
Nach dieser ganzen Rennerei, Springerei und Entdeckerei war ich zum Schluss einfach nur noch müde, glücklich und sehr zufrieden.  Den Rest des Tages habe ich mit ausgiebigem Dösen verbracht. Abenteuer müssen schließlich verarbeitet werden – am besten auf einem weichen Kissen. 
Eure abenteuerlustige
Lilly 
